Zum 8. Mai darf's auch mal ein Feuerwerk sein...
Der Tag der Befreiung 2012: Über 400 Menschen feiern den Tag der Befreiung am Elbufer. Überschattet wird der Tag von einer Abschiebung am Hauptbahnhof. Etwa 100 Menschen verzögern die Busabfahrt, Protestierende werden von der Polizei angegriffen.
Über 400 Menschen folgten der Einladung der Initiative "Keine Versöhnung mit Deutschland" ans Elbufer und feierten bei Sonnenschein, Musik und Feuerwerk den Jahrestag der bedingungslosen Kapitualation Nazi-Deutschlands. Mit Redebeiträgen und Transparenten richteten sie ihren Dank an alle Menschen, die sich gegen den Nationalsozialismus wandten und somit zum Ende von Shoah, Porejmos, Vernichtungskrieg und Weltherrschaftsphantasien der deutschen Volksgemeinschaft beitrugen. Klara Blum, Sprecherin der Initiative erklärt: "Die Stadt Dresden ignoriert den Tag der Befreiuung, weil er die vermeintliche Opferrolle Dresdens in Frage stellt. Denn der 8. Mai steht symbolisch für die Notwendigkeit Europa vom nationalsozialistischen deutschen Joch zu befreien. Wer das nicht feiert, hat verloren." Den in Dresden gepflegten Opfermythen erteilt Blum eine Absage: "Das Rumgeopfer in Dresden ist nur der Versuch die deutsche Schuld und Verantwortung für den Nationalsozialismus zu relativieren und zu minimieren. Dagegen gilt es ein antifaschistisches Geschichtsverständnis zu stärken."
Wie
dringend das nötig ist, zeigte sich auf bittere Art und Weise am selben
Abend am Dresdner Hauptbahnhof. Hier wurde die Abschiebung einer jungen
Frau und ihrer 3-jährigen Tochter nach Serbien durch die sächsische
Polizei durchgesetzt. Etwa 100 Personen protestierten gegen die
Abschiebung und forderten mit der Losung "Kein Mensch ist illegal" ein
dauerhaftes Bleiberecht. Blum dazu: "Das Grundrecht auf Asyl war eine
sogenannte Lehre des Nationalsozialismus. Es ist heute kaum noch etwas
wert. Es wurde zugunsten des Mobs in Hoyerswerda und Rostock bis zur
Unkenntlichkeit ausgehöhlt." Darin zeigt sich was von der von
Politiker_innen gerne betonten historischen Verantwortung Deutschlands
zu halten ist. Die Initiative "Keine Versöhnung mit Deutschland"
solidarisiert sich mit von Abschiebung Betroffenen und den
Protestierenden. "Das Land der NS-TäterInnen schiebt Menschen ab,
während Nazis losziehen und Menschen ermorden. Hier hilft kein
Zuschauen, sondern nur entschiedenes Eingreifen.."
>> Redebeitrag zu Entnazifizierung
>> addn.me: Befreiung? Selbstverständlich.
>> addn.me: Proteste gegen Abschiebung einer jungen Roma nach Serbien