Stellt euch vor, es ist der 8. Mai, Korken knallen, Menschen jubeln und das Radio spielt Festmusik... Der von den Deutschen begonnene Krieg, der Millionen von Opfern zählte, fand an diesem Tag vor 67 Jahren sein formales Ende mit der bedingungslosen Kapitulation von Wehrmacht und SS . Ein Grund zu feiern und Dank zu richten an alle Menschen, die sich gegen den Nationalsozialismus gewandt haben. Aber wo versteckt sich nur diese Feierkultur? Während beispielsweise in Frankreich und Russland der 8./9. Mai feierlich begangen wird, schenkt die sächsische Landeshauptstadt diesem Datum kaum mehr Beachtung. Lapidar erklärte der Sprecher der Oberbürgermeisterin, dass es wichtigere Daten gäbe: etwa den 13. Februar oder den Tag der Deutschen Einheit, denn diese seien noch „unmittelbarer“ mit der Dresdner Stadtgeschichte verbunden. Das immer wieder betonte Bewusstsein um Dresdens „Platz in der Geschichte“ ist vor allem ein deutsch-nationales, dass Fragen nach Schuld und Verantwortung im und für den Nationalsozialismus allenfalls mit ein paar lauwarmen Worten abspeisen möchte. Während der 13. Februar ausschließlich mit reflexiven Betrachtungen um die zerstörte Schönheit der barocken Idylle oder ähnlichem Opfergehabe begangen wird, eröffnet der 8. Mai als historisches Datum die Perspektive der Befreiung. Die bedingungslose Kapitulation Nazi-Deutschlands markierte das endgültige Ende von Shoah, Porejmos, Vernichtungskrieg und Weltherrschaftsphantasien der deutschen Volksgemeinschaft. Was für viele Deutsche lange Zeit als schmerzliche Niederlage galt, stellt für uns wahrlich keinen Grund zur Trauer dar, sondern nach wie vor einen Anlass zu außerordentlicher Freude. Also legt die Festtagsbrause auf Eis und macht euch ausgehfein – wir feiern die Kapitulation!
--> 8. Mai 2012, ab 17 Uhr
--> Elbufer // nähe Albertbrücke, Bogenschütze // Dresden
--> Musik // Sonne // Feierei